Die Jugend soll sich entscheiden
Hie Sozialismus – Hie Reaktion
Hochschul-Korporationen für Angehörige der NS-Jugend gesperrt
Meine Kameraden! Schon oft habe ich aus euren Reihen heraus Berichte erhalten, die von der staatsfeindlichen Einstellung gewisser studentischer Korporationen zeugten. Obwohl wir empört waren, daß diese Korporationen, die ihr Fortbestehen einzig und allein der Großzügigkeit des Dritten Reiches zu verdanken haben, heute noch ihr asoziales Treiben fortzusetzen wagen, schwiegen wir in der Hoffnung, daß auch die Restbestände einer überwundenen Zeit zum Erlebnis der deutschen Kameradschaft erwachen würden. Heute wissen wir, daß diese Hoffnung umsonst war.
Verlogene Altheidelberg-Romantik und arbeiterfeindliches Feudalwesen sind die Ideale dieser sogenannten Korporationen. Sie stehen außerhalb der Volksgemeinschaft und sind Feinde der sozialistischen Nation.
Die Hitlerjugend kann es mit ihrer Ehre als weltanschauliche Erziehungsgemeinschaft der schaffenden deutschen Jugend nicht vereinbaren, weiterhin solche Einrichtungen anzuerkennen, die sich immer wieder als unseres deutschen Volkes und Führers unwürdig erweisen. Besonders die Vorfälle, die sich in den letzten Tagen in Heidelberg ereigneten und zur Suspendierung des Corps »Saxo-Borussia« führten, geben ein furchtbares Bild der Verrohung und Zuchtlosigkeit, ja abgrundtiefen Gemeinheit einer kleine Clique von Korporationsstudenten, die lärmt und säuft, während Deutschland arbeitet. Wenn solche Elemente in ihrer Verkommenheit nicht einmal vor der uns heiligen Person des Führers Halt machen, richten sie sich selbst. Wir aber ziehen darüber hinaus den Trennungsstrich zwischen ihnen und uns, den Trennnungsstrich zwischen Reaktion und Sozialismus.
Die Verfügung
1. Alle an deutschen Hochschulen studierenden Mitglieder der mir unterstehenden NS. Jugendverbände, die einer studentischen Verbindung angehören, haben sich sofort dahingehend zu entscheiden, ob sie dieser Verbindung oder der Hitlerjugend angehören wollen.
2. Alle Mitglieder der mir unterstehenden NS. Jugendverbände werden in den Listen des Personalamtes der Reichsjugendführung gestrichen, falls sie in einer studentischen Verbindung »aktiv« werden sollten. Ferner werden die Dienstzeugnisse über ihre Tätigkeit in der HJ. eingezogen. Eine Überweisung an andere Organisationen der Bewegung fällt dann fort.
3. Mit der Durchführung dieser Anordnung beauftrage ich die Gebietsführer der HJ. und die Führer der HJ.-Arbeitsgemeinschaften an den deutschen Hochschulen.
gez. Baldur von Schirach
Quelle: Hie Sozialismus – Hie Reaktion, zit. n. Deutsche Corpszeitung, Ausgabe 1/87, S. 25.


