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Nester der Reaktion

Weg mit den Korporationen!

Dreiviertel aller Studentenkorporationen verweigern eine nationalsozialistische Führung

(Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung)

Berlin, 12. Juli 1935

Am 10. Juli ist bekanntlich die Frist abgelaufen, bis zu der sich die Korporationen zu gemeinsamer Arbeit mit dem Studentenbund melden sollten. Wie aus den einzelnen Gauen berichtet wird, hat sich kaum ein Viertel der Korprationen zu dieser freiwilligen Zusammenarbeit verpflichtet.

Von den Universitäten Köln, Aachen und Bonn wird gemeldet, daß von insgesamt einhundertfünf Korporationen nur fünfunzwanzig sich zur Zusammanarbeit im nationalsozialistischen Sinne bereit erklärt haben. Nur sie wollen sich der politischen Schulung und Führung durch den nationalsozialischen Studentenbund unterziehen.

Fast geschlossen haben sich dort die Burschenschafter gemeldet, außerdem zu einem gewissen Teil in Köln auch die katholischen Unitarier. Restlos ausgeschlossen haben sich der BB, also der größte katholische Studentenbund, die Korps und die Landsmannschaften. Die Gemeinschaft der studentischen Verbände hat noch in den letzten Tagen ein Rundschreiben ergehen lassen, in dem sie auffordert sich nicht in bejahendem Sinne zur Aufforderung des Reichsamtsleiters des nationalsozialisischen Studentenbundes, Derichsweiler, zu äußern.

Es ist ganz klar, daß aus diesem Verhalten der Korporationen die Konsequenzen von Seiten des nationalsozialistischen deutschen Studentenbundes gezogen werden. Auf dieser Linie liegt auch der gestrige Erlaß Stabschefs Lutze, daß das Couleurtragen in SA-Uniform verboten ist.

Weg mit den Korporationen!, zit. n. Deutsche Corpszeitung 2/87, S. 62.